Warum der Wald wirklich stirbt, aber keiner darüber redet!

Warum der Wald wirklich stirbt – Zum Witz des Jahrhunderts, mehr Beweise

Entnommen aus: Waldschadensbericht, Umweltbundesamt, 1985

Warum der Wald wirklich stirbt, aber keiner darüber redet!
Herr Vorsitzender, meine Damen und Herren, mein Anliegen ist der elektromagnetische Smog – etwas weniger salopp, die elektromagnetische Verträglichkeit von Nadelbäumen.
Die Einwirkung „schwacher“ elektromagnetischer Wellen und Felder auf Biosysteme wird seit langem vermutet, und die Grenzwerte für die elektromagnetische Verträglichkeit des Biosystems Mensch sind seit langem umstritten. Dies trifft insbesondere für die „nichtthermischen“ Wirkungen der elektromagnetischen Felder zu

(Bild 1).
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Sie sehen hier die Darstellung der Grenzwerte für den Menschen, verschiedene Empfehlungen aus Ost und West, mit unterschiedlichen Belastungsgrenzen. Das Bild stammt aus Osupchek (1983). Die mögliche Einwirkung beim Menschen wird im allgemeinen wegen der mit steigender Frequenz abnehmenden Eindringtiefe der Hochfrequenz und der starken Absorption der Hochfrequenz in der „schützenden“ Haut- und Fettschicht verneint. Das gilt nicht für Pflanzen.

Die lebenswichtigen Organe der Pflanzen (Nadelblatt und Kambium) liegen bis in den Gigahertz-Bereich voll im Bereich der Eindringtiefe der Hochfrequenz. Diese ist abhängig von der Leitfähigkeit des Mediums

 

(Bild 2)

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– des Zellgewebes also und auch stark vom Wassergehalt der Zellen, was sich in der DK-Zahl äußert. Zellorganellen und andere Zelluntersysteme wie Chloroplasten, Mitochondrien, Zellkerne, Ribosomen, Retikulum, Golgiapparat, Plasmodesmen usw., insbesondere die mit elektrogen gebundenen Stoffwechselvorgängen versehenen Organellen, aber auch Zellverbundsysteme, wie Parenchymzellgewebe und die Leitbündel (Xylem, Phloem), sind den Einwirkungen auch „geringer“ Feldstärken ausgesetzt. Die Frage ist- Wie hat man sich eine solche Einwirkung vorzustellen?

Natürliche elektromagnetische Felder und ihre Einwirkungen auf Pflanzen gab es schon immer, in Form der „Atmospherics“ und der kosmischen Strahlung

(Bild 3).
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Links im Bild der Bereich der Atmospherics, rechts die kosmische Strahlung, in der Mitte das “ Man-made-noise „, also die Hochfrequenz, die für die Kommunikationstechnik verwendet wird. In neuerer Zeit wird allerdings auch vermutet, daß globale atmosphärische Veränderungen durch anthropogenen Einfluß nämlich Luftschadstoffe unterschiedlicher Art und Herkunft hier zunehmend Einfluß nehmen können. In dicht besiedelten Gebieten mit Industrieanlagen ist dies für die Atmospherics bereits belegt.

Der exponentielle Anstieg der elektromagnetischen Verschmutzung der Atmosphäre durch erheblichen Ausbau bestimmter Frequenzbereiche der Kommunikationstechnik. Eine Darstellung für die Schweiz zeigt die Entwicklung der Konzessionen für Funk und Fernsehen (Bild 4) im Vergleich zum allgemeinen Stromverbrauch (Sendegeräte: die steil ansteigende Exponentialkurve, durchgezogen).

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Es gab also in den letzten 50 Jahren einen explosionsartigen Anstieg, insbesondere bei der Unterhaltungstechnik (UKW, Fernsehen) und der Nachrichtentechnik (Richtfunk, Radar, Flugüberwachung etc.).

Wie hat man sich einen solchen elektromagnetischen Streß vorzustellen?
Die ungestreßte Photosynthese des Nadelblatts liegt energetisch bereits im Bereich sehr niederer Energiedichten. Bild 5 – das Diagramm ist von mir -.
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Es zeigt die Freiraumausbreitung für verschiedene Senderstärken, Sie sehen bis 500 kW aufsteigend. Eingezeichnet sind auch die Grenzwerte für Personen, für die Bundesrepublik ganz oben, der empfohlene amerikanische Grenzwert darunter, weiter unten folgt der Anteil der Globalstrahlung, der vom Nadelblatt benutzt wird (zur Assimilation), abhängig vom Blattflächenindex 5 bzw. 25. Ganz unten die Globalstrahlung, die im Winter noch durch relativ geringe Assimilation zur Wirkung kommt. Die Energiedichten reichen also je nach vorhandener Nadelmasse, Blattin- dex und Jahreszeit bis in den untersten Bereich der Strahlungsdichten, insbesondere im Winter. Die Reichweite der großräumig, flächig versorgenden Großraumsender hoher Leistungen (es sind etwa 650 Stück in der Bundesrepublik, bis 500 kW Leistung) in Verbindung mit etwa 5.500 Kleinsendern bedingen daher besonders im Herbst und Winter bei verringerter Photosynthese im Jahresgang der Nadelbäume ein breitbandiges, elektromagnetisches “ Rauschen “ in exponierten Höhenlagen, das bezüglich seiner Energieflußdichten noch oberhalb des lichtgetriebenen Elektronentransports der Photosynthese liegen kann. Das Bild 6 zeigt eine Feldstärkenverteilung, wie sie am Bernstein bei Rastatt in 700 m Höhe vorgefunden wird.
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Das ist nun eine exponierte Lage im Vergleich zum Sender Baden-Baden, aber wir haben hier auch den französischen Sender Straßburg sehr stark vorgefunden, fast mit dem gleichen Pegel, obwohl er 30 km weiter weg ist. Offensichtlich hält man sich nicht so genau an die Richtlinien, die in Genf einmal vereinbart wurden.
Zum Impedanzverhalten von Nadelblättern (Frequenzgang): Wie mit Impedanzmessungen am Nadelblatt-Kollektiv gezeigt werden konnte, ändert sich zum einen das Leitfähigkeitsverhalten von Nadeln im Jahresgang der Photosynthese, zum anderen verändert sich die Transmission bzw. Reflexion der Hochfrequenz an der Nadel stark in Gegenwart von deponierten Luftschadstoffen (saurer Regen). Dies bereits bei einer Belastung von -20dBm, das sind 10 µW. Das ist der Meßpegel, bei dem die Messungen gemacht wurden.
Trockene Nadeln zeigen im Sommer noch kein markantes Resonanzverhalten im Bereich von 10 bis 1.000 mHz (Bild 7).

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Die Resonanzstelle liegt hier noch oberhalb 1.000 MHz. Es sind 3.Kurven (Nadeljahrgänge) , horizontal liegend, eingezeichnet. Die beiden unteren Cs Kurven bedeuten also Resonanz oberhalb 1.000 MHz (Ende des Meßbereiches), ganz oben sehen Sie den 83er Jahrgang, der schon Resonanzverhalten zeigt. Die Messungen sind 1984 gemacht worden. Die einjährige Nadel hat also schon stark verändertes Resonanz- oder Relaxationsverhalten. Dies beginnt im Herbst in Höhenlagen zunächst, später aber auch in Tieflagen. Ältere Nadeljahrgänge (in Höhenlagen) erreichen diesen Zustand früher, nämlich bereits im Sommer, und zwar offensichtlich nicht infolge der natürlichen Reifung der Nadel, die zu einer Verringerung der DK-Zahl und einer Widerstandserhöhung des Zellgewebes führen sollte, sondern durch bereits ins Blattinnere diffundierte Luftschadstoffe und beginnenden Membranabbau. Hier liegt also ein „Hyper-Synergismus“ von Schadstoff und Hochfrequenzstreß vor.

Passive elektrische Messungen an Zellgewebe: Nun zu passiven elektrischen Messungen an Zellgewebe. Impedanzmessungen an Blatt- und Holzzellgewebe wurden oft zu unterschiedlichen Zwecken unternommen: Bestimmung von Wasserhaushalt und Wasserstreß, Frosthärte an Obst- und Koniferengehölzen bzw. (einige kanadische und australische Arbeiten). Tatsächlich spiegelt die Frequenzganganalyse – wie die Messung des komplexen Widerstands bzw. der Leitfähigkeit in der Elektrochemie auch genannt wird – den komplexen physiologischen Zustand des Zellgewebes wider, weshalb sie neben Strukturanalysen an Membranen auch Vitalitätsuntersuchungen an Nadeln bei z.B. Boden oder Blattdüngung ermöglicht.
Ältere Widerstandsmessungen zur Bestimmung der Frosthärte von Koniferenz zeigten noch eine Widerstandserhöhung im Jahresgang (Bild 10 und 11)
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Passive elektrische Messungen an Zellgewebe: Nun zu passiven elektrischen Messungen an Zellgewebe. Impedanzmessungen an Blatt- und Holzzellgewebe wurden oft zu unterschiedlichen Zwecken unternommen: Bestimmung von Wasserhaushalt und Wasserstreß, Frosthärte an Obst- und Koniferengehölzen bzw. (einige kanadische und australische Arbeiten). Tatsächlich spiegelt die Frequenzganganalyse – wie die Messung des komplexen Widerstands bzw. der Leitfähigkeit in der Elektrochemie auch genannt wird – den komplexen physiologischen Zustand des Zellgewebes wider, weshalb sie neben Strukturanalysen an Membranen auch Vitalitätsuntersuchungen an Nadeln bei z.B. Boden oder Blattdüngung ermöglicht.
Ältere Widerstandsmessungen zur Bestimmung der Frosthärte von Koniferenz zeigten noch eine Widerstandserhöhung im Jahresgang (Bild 10 und 11)
als Ausdruck des Härtungsvorganges, wie der „freezing avoidance“ (durch Raffinosebildung und Wasserstoffbrückenbildung) oder der „freezing tolerance“ (Nukleationshemmung durch Schleime). Bei Obstgehölzen hängt die Leitfähigkeitszunahme im Winter – die oft beobachtet wird – stark von den Düngemaßnahmen ab (K-Gabe i. Herbst: frostschützend, widerstandserhöhend; Überdüngung: leitfähigkeitserhöhend). Der Reifungsprozeß der Frosthärtung in Koniferen birgt zwei Gefahren hinsichtlich HF-Einwirkung: – Konzentrierung von Ionen in Protoplasten (Leitfähigkeitserhöhung), veränderte Ladungszustände und Hydratisierung der Membranen, – extrazelluläre Wasseransammlung (z.B. i. Tonoplasten) und Eisbildung (Resonanzfrequenz Eis – 10° C: 10 kHz, Wasser 20° C: 20 GHz).
Es kommt noch hinzu, daß erhöhter Ioneneintrag aus der Luft (LUftschadstoffe) erhöhtes Solvationsvermögen des Protoplasten bewirkt. Vermutlich der Grund, weshalb in Winternadeln erhöhter Wassergehalt gefunden wurde – jedenfalls von uns (1984: 150 – 220 %, 1985: 200 – 270 % a. TS).

Nimtz zuguterletzt zeigte an künstlichen Membranen, daß die Abhängigkeit des Relaxationsverhaltens von der Temperatur durch Strukturänderungen der Membran bedingt ist (Bild 12).
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Der Anteil des fest am Lipidmolekül gebundenen Wassers fällt mit sinkender Temperatur. Damit verschiebt sich das Dispersionsgebiet (Relaxationsfrequenz). Nimtz führt die Relaxation auf Kopfgruppen-Rotation der Phospholipid-Moleküle zurück. Die Messungen korrelieren meiner Ansicht nach mit den eigenen Feststellungen am Nadel-Kollektiv.
Vielen Dank!

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